Weinreise-Tipps: Idylle am Eisenberg

Liebevoll restaurierte und ausgestattete Kellerstöckl für Selbstversorger stehen sinnbildlich für die Idylle von Eisenberg.

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Liebevoll restaurierte und ausgestattete Kellerstöckl für Selbstversorger stehen sinnbildlich für die Idylle von Eisenberg.

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Die Reben liegen gut versteckt im südlichen Burgenland direkt an der ungarischen Grenze: im kleinen DAC-Anbaugebiet Eisenberg, das nun seit zwölf Jahren mit Blaufränkisch-Weinen unter der Bezeichnung Ei­senberg DAC bei Rotweinfreunden im In- und Ausland dank der besonderer Würze und mineralischen Finesse für Begeisterung sorgt. Aufgrund der abgeschiedenen Lage zählt diese Region zu den am besten gehüteten Geheimnissen der österreichischen Weinlandschaft, nur selten verirren sich ­Besucher zufällig hierher. Doch wer die Weinregion Eisenberg einmal entdeckt hat, kommt immer wieder, denn sie hat viel zu bieten.

Die Eisenberger

Hier, wo wellige Hügel und steile Hänge mit Reben bepflanzt sind, während die Kuppen oft Laub- und Tannenwälder krönen, treffen das kontinentale und das mediterrane Klima aufeinander, der Osten geht in den Süden über, Landschaften, Klimazonen und Kulturen vermengen sich zu einem Unikat, das still und oft verschlossen wirkt. Die Landschaft ist von zahllosen Grünnuancen geprägt, von abwechslungsreichen Geländewellen, stillen Orten und charakterstarken Menschen. Von der rund 500 Hektar großen ­Rebfläche entfallen etwa 150 Hektar auf die Sorte Blau­fränkisch. Ausgehend von der prägnantesten Erhebung der Region, wurden die Rotweine des Südburgenlands seit jeher ­­als Eisenberger bezeichnet, und man dachte dabei an mineralische, erdige Blaufränkisch mit einer ganz eigenen Finesse, wie sie in dieser Form nirgendwo sonst auftritt.

Eisenberg DAC

Der Begriff Eisenberg stellt in der heu­tigen DAC-Landschaft Österreichs eine ­Besonderheit dar. Denn Eisenberg bezeichnet zunächst nur eine relativ kleine Einzellage an sich, einen Grand Cru sozusagen, dann aber auch eine Ortschaft. Darüber ­hinaus fungiert der Begriff stellvertretend für sämtliche Blaufränkisch-DAC-Weine aus dem Südburgenland, die die notwen­digen gesetzlichen Bedingungen erfüllen. Man hat also den überdurchschnittlichen Ruf der Paradelage klugerweise gleich zum Markenzeichen der gesamten Region gemacht. Der Eisenberg DAC kommt in zwei Kategorien zum Konsumenten: seit dem Jahrgang 2009 als »Klassik« und bereits seit 2008 als »Reserve«.

Eins von vielen Highlights

Das Kellerviertel von Heiligenbrunn mit seinen alten, strohgedeckten Winzerstöckln zählt zu den Highlights jedes Südburgenlandbesuchs. Unbedingt erwandern sollte man sich den Csaterberg, einen Doppelberg in der Gemeinde Kohfidisch. Hier wächst in atemberaubender Lage nicht nur guter Wein, sondern man findet auch Süßwasseropale. Auf 40 Hektar wird hier seit dem Jahr 1377 Weinbau betrieben. In Verbindung mit dem Kleinklima, bedingt durch einen Stausee, bringt der Boden nicht nur seltenes Gestein, sondern auch fruchtige Weißweine wie Welschriesling, Weißburgunder, Riesling-Sylvaner und Rheinriesling hervor.

Der Uhudler

In gewisser Weise zum Kult, ganz sicher aber zu einem Symbol des Südburgenlands geworden ist der Uhudler. Er stammt aus den Bezirken Güssing und Jennersdorf und wird aus Direktträgern, das sind nicht veredelte Rebsorten, mit klingenden Namen wie Ripatella, Delaware, Concord und Elvira erzeugt. Den Namen Uhudler verdankt das Getränk einer Legende zufolge den Frauen der Weinbauern, weil deren Blick nach übermäßigem Konsum dem eines Uhus glich. Rund um die Ortschaften Hei­ligenbrunn, Eltendorf und Moschendorf ist der Uhudler beheimatet und kann in allen Betrieben, die mit der auffälligen Uhudler-Fahne gekennzeichnet sind, verkostet und gekauft werden. Alle Infos zum Uhudler unter: uhudlerverein.at

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